Geschichte von Volmerswerth und Flehe

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Geschichte von Volmerswerth und Flehe

Die Stadtteile Flehe und Volmerswerth liegen im alten Süden der Stadt Düsseldorf. Angrenzend an Himmelgeist, Bilk und Hamm ist der Rhein die natürliche Grenze.

Mit 2458 Einwohnern in Flehe (2,05 qkm) und 2173 Einwohnern in Volmerswerth (auf 2,13 qkm), gehören Flehe und Volmerswerth zu den kleineren Stadtteilen von Düsseldorf. Verwaltungstechnisch sind sie dem Stadtbezirk 3 zugeordnet.

Beide Stadtteile sind heute noch sehr landwirtschaftlich geprägt. Obwohl recht innenstadtnah, haben sie ihre dörflichen Charaktere bis heute erhalten.

 

 

Flehe wurde bereits 1384 zu Düsseldorf eingemeindet, allerdings erst 1402 ausdrücklich urkundlich erwähnt. Ob der Name Flehe aus dem Mitteldeutschen stammt und von flet für Fluss stammt, oder ob Flehe von den alten Bezeich-nungenVle, Flee oder Vlye für „an der Strömung gelegen“abgeleitet ist; so genau weiß das niemand mehr. Da in den vergangenen Jahrhunderten das Hochwasser das Leben der Fleher beeinflusst hat, kann das Wort auch von „Flüchten“ im Sinne von Zuflucht oder scherzhaft von "flehen" (um Ende des Hochwassers) abgeleitet worden sein.

In der Umgebung des Aachener Platzes – mit dem samstäglich stattfindenden Trödelmarkt – ist der Charakter der Flehe schon sehr städtisch. Auch der Freizeitpark an der Ulenbergstraße wird überwiegend von der Düsseldorfer Stadtbevölkerung aufgesucht.

Die - von den Düsseldorfern liebevoll „Fleher Wasserwäldchen“- genannte bewaldete Wassergewinnungsanlage der Düsseldorfer Stadtwerke fördert mit Filterbrunnen Uferfiltrat, also Rheinwasser, das durch Sand- und Kiesschichten gewandert ist und nach weiterer Aufbereitung den Düsseldorfern als Trinkwasser dient.

An das Bild der den Stadtteil prägenden Fleher Brückehaben sich die Fleher in den vergangenen 30 Jahren gewöhnt. An den Lärm der Fleher Brücke nicht. Auch die Klackgeräusche der Dehnungsfugen sind – je nach Wetterlage - fast überall in Flehe zu hören.

Die katholischen Pfarrgemeinde„Schmerzreiche Mutter“bestimmt nicht nur das religiöse sondern auch das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Flehe. Hier ist die Welt noch in Ordnung und erst recht an jedem 3. Augustwochenende. Denn dann feiern die ca. 200 aktiven Schützen das Ereignis des Jahres; ihr Fleher Schützenfest.

Aus einem Gedicht von Robert Lemmens über Flehe (1961)

                                        Mein Flehe

                         Am Rheines Strand da zieht sichs hin
                         Mein Heimatdorf - mein Flehe.
                         wo treu geschafft mit frohem Sinn
                         allen wohl, und niemand wehe.

                         Ein altes Kreuz der Wanderer find,
                         wohl in des Dorfes Mitte -
                         Der Väter Glaube es verkünd
                         und Treu und gute Sitte. ...

                         Und rings herum liegt Wald und Feld
                         mit Pflanzen oder Gemüse.
                         Die Pflanzen geh`n in alle Walt -
                         auch Blumen senden Grüße. ...

                         Bleib wie Du bist - mein Flehe am Rhein
                         in frohen und trüben Tagen.
                         Du bist die Liebe Heimat mein -
                         dies möcht ich jedem sagen

 

 

Das Volmerswerth tatsächlich einmal linksrheinisch lag, wird vermutet ist aber nicht ein- deutig belegt. Gesichert ist jedoch, dass die kleine, 1173 erstmalig urkundlich erwähnte, Fischersiedlung als Besitz des Klosters Schwarzrheindorf auf einer Insel im Rhein lag. Die Bezeichnung „werth“ - für eine Binneninsel im Rhein -
trägt die ehemalige „Insula Volmari“ auch heute noch in ihrem Namen.

Der Rheinarm um die Insel Volmerswerth verlandete erst im 17. Jahrhundert. Die Eingemeindung nach Düsseldorf erfolgte aber schon um 1487. Eine Küsterei ist bereits 1780 urkundlich erwähnt, die neugotische Kirche St. Dionysius wurde aber erst 1856 gebaut.

Mehrere verheerende Hochwasser bestimmten nicht nur Ende des 18. Jahrhunderts das Schicksal und die Entwicklung des kleinen Rheindorfs. Erst seit dem Bau des Rheindeichs 1925/26 ist Volmerswerth vor dem Rheinhochwasser geschützt. 

Das kleine Volmerswerth strahlt noch heute - obgleich nur drei Kilometer von der City entfernt - die Behaglichkeit eines Rheindörfchens aus. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein.

70 Prozent der Fläche des Stadtteils werden land- oder forstwirtschaftlich genutzt und viele Volmerswerther sind noch echte Bauern, die auf ihren Feldern überwiegend Gemüse und Blumen ziehen.

Die Beschaulichkeit wird gewahrt. Überall herrscht Tempo 30, ein geradezu idealer Platz für Familien mit kleinen Kindern.